MOURIR PAR MOIRÉ PROJEKTIONEN UND FOTOGRAFIE von FRIEDRICH GOBBESSO
Gitterstrukturen bzw. Raster bestechen durch das einfache und unzweideutige Gesetz, welches ihnen zugrunde liegt: absolute, sture Regelmäßigkeit. In der Serie „Mourir par Moiré“ fordert Friedrich Gobbesso über analoge Projektionen und Fotografien vermeintlich monotone Raster zu einem künstlerischen Dialog heraus. Was Gobbesso zeigt, kann seinen linearen Ursprung nicht verleugnen – und bewegt sich doch auf grundsätzlich anderem Terrain als dem des sturen Rasters: seine Arbeiten entfachen grafische Dynamik, Energie und räumliche Tiefe. Linien und Räume begegnen sich, streben zu- und gegeneinander. Schwarz und weiß treffen sich in einem Spannungsfeld, das die Augen des Betrachters mal umschmeichelt, mal attackiert. In den analogen Projektionen zu „Mourir par Moiré“ lösen sich die Sturheit des Rasters nahezu gänzlich auf und entfachen ein grafisches Lustspiel. Die Projektionen sind nicht aufgezeichnet, sondern entstehen "live" durch die von Gobbesso angefertigten Geräte . Mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten rotierende motorisierte Scheiben verdrehen und verschieben sich gegeneinander und bilden so immer wieder neue Metastrukturen die in einem ständigen Fluss analog projiziert werden. Gobbessos Ansatz wird eindrucksvoll verdeutlicht: fernab jeder Regeln dominiert hier die Freude an Licht, Kontrast, Bewegung und Überraschung. Momentan arbeitet Friedrich Gobbesso mit einem befreundeten Musiker zusammen an der Vertonung der Projektionen mit minimalistischen analogen Klängen, die über eine Loopstation abgespielt und streng getaktet, der visuellen eine weitere, nämlich akustische Struktur hinzufügen.
MOURIR PAR MOIRÉ Photography and projections by Friedrich Gobbesso
Grid structures typically impress with the simple and unambiguous law they abide by: absolute, stubborn regularity. With his series Mourir par Moiré, Fritz Gobbesso uses analogue photography and an experimental projection technique to challenge the alleged monotony of the grid to an artistic dialogue. The results of this process do not deny that their origin is rooted in linearity, and yet are they situated beyond the obstinately governed realm of the grid: in Gobbesso’s works these graphical elements develop an energetic dynamic and even spatial depth. This encounter between striving lines and spaces in an area of tension between black and white is at times pleasing to the eye of the observer, and at other times irritating. Vital are the subtle deviations from the source material which breathe life into the sterile grids. With his projections Gobbesso’s approach becomes most apparent, here he does away with the obstinacy of the grid entirely and sparks an optical spectacle instead: transparent discs vested with grid structures rotate in opposite directions and project hypnotic patterns on the wall. Beyond any set of rules the pure joy of light, contrast, movement and visual surprise prevails and the transformation from norm to magic is fulfilled. Momentarily Friedrich Gobbesso works with a musician friend together to set the projections to music with minimalistic analogue sounds, strictly synchronized over a loop station in order to subjoin yet an other structure - in that case an acoustic one.